Anleitung
Resin-Drucke waschen und aushärten
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Kurz gesagt
Nach dem Druck wird das Teil von der Platte gelöst, in Isopropanol oder in wasserwaschbarem Harz mit Wasser gereinigt, getrocknet und anschließend unter UV-Licht ausgehärtet. Stützen entfernen Sie am besten vor dem Aushärten, solange das Harz noch etwas nachgiebig ist. Tragen Sie dabei immer Nitrilhandschuhe und sorgen Sie für gute Belüftung.
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Ein frisch gedrucktes Resin-Teil ist noch nicht fertig: Es ist von flüssigem Harz überzogen, klebrig und nicht vollständig ausgehärtet. Erst Waschen und UV-Härtung machen daraus ein stabiles, sauberes Objekt. Diese Anleitung führt Sie durch den ganzen Ablauf von der Druckplatte bis zum fertigen Teil, erklärt den Unterschied zwischen Isopropanol und wasserwaschbarem Harz und zeigt, worauf Sie bei Schutz und Entsorgung achten sollten.
Vorbereitung und Schutz
Flüssiges Harz kann die Haut reizen und bei manchen Menschen Allergien auslösen. Arbeiten Sie deshalb von Anfang an mit Nitrilhandschuhen, am besten einem Paar, das Sie nach der Arbeit wegwerfen. Handschuhe aus dünnem Latex sind für viele Harze und Lösungsmittel weniger geeignet. Eine Schutzbrille schützt vor Spritzern, wenn Sie das Teil von der Platte lösen oder abspülen.
Legen Sie den Arbeitsplatz mit Papier oder einer wiederverwendbaren Unterlage aus. Harzreste lassen sich später kaum von Möbeln entfernen. Fassen Sie keine Türklinken, Handys oder Werkzeuge mit verschmutzten Handschuhen an.
Lüften Sie den Raum gut. Harz und Isopropanol riechen deutlich und sollten nicht in Schlafzimmern oder Küchen verarbeitet werden. Eine Stelle mit Fensterlüftung oder Abluft ist besser als ein geschlossener Kellerraum.
Hinweis:Sicherheit: Handschuhe, Belüftung und Entsorgung unterscheiden sich je nach Harz. Lesen Sie vor der ersten Nutzung das Sicherheitsdatenblatt des Herstellers Ihres Harzes und halten Sie sich an dessen Angaben. Isopropanol ist leicht entzündlich: keine offene Flamme, keine Zündquellen in der Nähe.
Teil von der Bauplatte lösen
Lassen Sie das Teil nach dem Druck einige Minuten über der Wanne abtropfen, bevor Sie die Platte herausnehmen. So bleibt weniger Harz am Teil und auf der Arbeitsfläche. Lösen Sie das Teil dann mit einem Kunststoff- oder Metallspatel, der mit dem Drucker geliefert wurde. Setzen Sie den Spatel flach an und arbeiten Sie sich von einer Seite vor, damit Sie weder die Platte noch das Modell beschädigen.
Wenn das Teil fest sitzt, hilft bei manchen Geräten eine kurze Ruhepause. Zu viel Kraft kann dünne Stellen abbrechen. Legen Sie das gelöste Teil direkt in den Waschbehälter, damit das Harz nicht antrocknet.
Waschen: Isopropanol oder Wasser
Klassisches Harz wird in Isopropanol (IPA) gereinigt. Das Lösungsmittel löst das flüssige Harz von der Oberfläche. Üblich ist ein verschließbarer Behälter, in dem das Teil einige Minuten bewegt oder geschwenkt wird. Ein zweites, sauberes Bad für die letzte Spülung bringt sichtbar bessere Ergebnisse, weil das erste Bad schnell mit Harz gesättigt ist.
Wasserwaschbares Harz lässt sich mit Wasser reinigen, was Geruch und Entzündungsgefahr senkt. Auch hier gilt: Das Spülwasser enthält Harzreste und darf nicht einfach in den Abfluss laufen.
Eine Wash-and-Cure-Station übernimmt Waschen und Härten in einem Gerät und erspart Ihnen viel Handarbeit. Sie ist nützlich, wenn Sie regelmäßig drucken. Welche Drucker sich für den Einstieg eignen, steht in der Kaufberatung zu Resin-Druckern.
| Kriterium | Isopropanol | Wasser (wasserwaschbares Harz) |
|---|---|---|
| Geeignet für | Standard-Harze | Nur wasserwaschbare Harze |
| Geruch | Deutlich | Geringer |
| Brandgefahr | Leicht entzündlich | Keine durch das Waschmittel |
| Entsorgung | Als Harz- und Lösungsmittelrest behandeln | Spülwasser enthält Harz, nicht in den Abfluss |
Trocknen und Stützen entfernen
Nach dem Waschen muss das Teil vollständig trocknen. Isopropanol verdunstet meist rasch, Wasser braucht länger. Pusten Sie Hohlräume und Vertiefungen vorsichtig aus oder tupfen Sie sie mit einem fusselfreien Tuch ab, sonst bleiben weiße Rückstände.
Viele Anwender entfernen die Stützen vor der Endhärtung, weil das Material dann noch etwas nachgiebiger ist. Schneiden Sie die Stützen mit einem scharfen Seitenschneider nah am Modell ab und tragen Sie dabei Schutzbrille und Handschuhe, denn Splitter können wegspringen. Die verbleibenden Ansatzpunkte lassen sich nach dem Härten leicht schleifen.
- 1
Teil gründlich waschen und trocknen lassen.
- 2
Stützen mit Seitenschneider nah am Modell abknipsen.
- 3
Kleine Reste mit feinem Schleifpapier glätten.
- 4
Anschließend das Teil unter UV-Licht aushärten.
UV-Härtung
Das Teil ist erst nach der UV-Nachhärtung stabil und hautverträglicher zu handhaben. Dafür gibt es Härtekammern mit Drehteller und UV-Leuchten. Alternativ nutzen manche Anwender Tageslicht, das aber stark vom Wetter abhängt und ungleichmäßig wirkt.
Die richtige Härtezeit hängt vom Harz, der Lampe und der Teilgröße ab. Orientieren Sie sich an den Angaben des Harzherstellers und drehen Sie das Teil zwischendurch, damit alle Seiten Licht bekommen. Zu langes Härten kann das Teil spröde oder gelblich machen, zu kurzes lässt die Oberfläche klebrig. Fühlt sich das Teil nach dem Härten noch klebrig an, war es meist nicht ausreichend gewaschen.
Entsorgung und Aufräumen
Flüssige Harzreste, benutzte Filter, Papiertücher und verschmutztes Isopropanol gehören nicht in den Hausmüll oder Abfluss. Härten Sie Reste in einer flachen Schale unter UV-Licht aus. Ausgehärtetes Harz gilt in der Regel als normaler Kunststoffabfall, flüssige Reste und Lösungsmittel entsorgen Sie über den Schadstoffsammler Ihrer Gemeinde. Fragen Sie im Zweifel bei der örtlichen Abfallberatung nach.
Reinigen Sie Spatel, Behälter und Arbeitsfläche direkt nach der Arbeit. Frisch lässt sich Harz leicht entfernen, ausgehärtet kaum noch. Wartung der Wanne und der FEP-Folie behandelt auch die Anleitung zum Reinigen und Warten. Wenn Drucke gar nicht erst an der Platte haften, hilft Resin-Druck scheitert.
Häufige Fragen
Muss ich Resin-Drucke unbedingt aushärten? Ja. Ohne UV-Nachhärtung bleibt die Oberfläche weich und klebrig, das Teil ist weniger stabil und nicht für den Hautkontakt gedacht.
Kann ich Isopropanol mehrfach verwenden? Ja, bis es sichtbar trüb und mit Harz gesättigt ist. Lassen Sie es in einem geschlossenen Behälter stehen, damit sich Harzreste absetzen, oder härten Sie sie unter UV-Licht aus. Dann entsorgen Sie es sachgemäß.
Reicht Sonnenlicht zum Aushärten? Es kann funktionieren, ist aber wetterabhängig und ungleichmäßig. Eine Härtekammer liefert reproduzierbarere Ergebnisse.
Wie lange soll ein Teil im Waschbad bleiben? Meist genügen einige Minuten mit Bewegung. Sehr lange Bäder können einzelne Harze angreifen, richten Sie sich nach den Hinweisen des Herstellers.
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