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Anleitung

Nylon drucken: Trocknen, Temperaturen und Bett

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Nylon, im Datenblatt meist als PA bezeichnet, eignet sich für Zahnräder, Scharniere, Halterungen und Teile, die Reibung und Stöße aushalten sollen. Dafür verlangt es mehr Vorbereitung als PLA oder PETG. Diese Anleitung zeigt, was Drucker, Filament und Einstellungen mitbringen müssen und wie Sie die typischen Probleme vermeiden.

Wofür Nylon sich lohnt

Zahnräder, Buchsen und Scharniere aus Nylon laufen leiser und verschleißen langsamer als vergleichbare Teile aus spröden Materialien. Nylon ist zäh, elastisch genug, um Stöße abzufangen, und gleitet gut. Deshalb wird es für mechanisch belastete Teile verwendet: Zahnräder, Buchsen, Scharniere, Klemmen, Schnappverbindungen und Werkzeughalter. Gegenüber PLA ist es deutlich weniger spröde.

Es gibt unterschiedliche Typen, zum Beispiel PA6, PA12 oder Mischungen mit Carbon- oder Glasfasern. Sie unterscheiden sich in Feuchteaufnahme, Steifigkeit und Temperaturbedarf. Welches Verhalten Ihr Filament hat, steht im Datenblatt des Herstellers.

Für Dekorationsteile, Modelle oder einfache Prototypen ist Nylon dagegen selten nötig. Einen Überblick über die Materialien liefert Filamentarten im Überblick.

Trocknen ist keine Option

Nylon nimmt Feuchtigkeit aus der Luft schneller auf als die meisten anderen Filamente. Schon nach kurzer Zeit außerhalb der Verpackung kann die Spule so feucht sein, dass beim Druck Dampf entsteht. Das zeigt sich durch Blasen, Zischen, Fäden, raue Oberflächen und schwache Schichten.

Trocknen Sie neue und länger offene Spulen vor dem Druck im Filamenttrockner oder Ofen mit geeigneter Temperaturregelung. Die richtige Temperatur und Dauer stehen in der Anleitung des Herstellers, sie unterscheiden sich je nach Nylon-Typ. Eine Schritt-für-Schritt-Beschreibung bietet Filament trocknen.

Am besten drucken Sie Nylon direkt aus einer trockenen Box oder einem Trockner, damit das Filament während des Druckes nicht erneut Feuchtigkeit zieht. Lagern Sie Spulen danach luftdicht mit Trockenmittel, siehe Filament richtig lagern.

Hinweis:Heißes Zubehör: Trockner und Ofen werden heiß. Stellen Sie sie stabil auf, lassen Sie sie nicht unbeaufsichtigt arbeiten und verwenden Sie für Filament keinen Backofen, in dem Sie auch Lebensmittel zubereiten.

Anforderungen an Hotend und Drucker

Nylon braucht höhere Düsentemperaturen als PLA und PETG. Das Hotend muss diese Temperatur dauerhaft erreichen und halten. Geräte mit PTFE-Auskleidung bis zum Heizblock sind je nach Bauart nur bis zu einer bestimmten Temperatur freigegeben. Prüfen Sie das in der Anleitung.

Ein Gehäuse hilft, Zugluft fernzuhalten und Verzug zu verringern. Auch ein Direktantrieb erleichtert die Förderung. Bei gefüllten Nylon-Varianten mit Fasern ist eine gehärtete Düse erforderlich, siehe Carbon-Filament und PETG-CF.

Welche Drucker für anspruchsvollere Materialien geeignet sind, zeigen die Ratgeber Beste 3D-Drucker und Schnelle CoreXY-3D-Drucker.

Haftung und Druckbett

Nylon haftet auf glatten Platten nicht zuverlässig und verzieht sich leicht. Viele Anwender nutzen Klebestift oder spezielle Haftmittel auf PEI-Platten. Ein Rand oder Brim vergrößert die Haftfläche. Die Betttemperatur richtet sich nach dem Datenblatt.

Tauschen Sie die Druckplatte aus, wenn sich die Oberfläche abnutzt. Ein Überblick über die Plattentypen steht in Druckplatten für 3D-Drucker. Reinigung und Pflege beschreibt PEI-Platte reinigen.

Verzug lässt sich außerdem mit dem Slicer verringern: niedrige Lüfterdrehzahl, ausreichende Randbreite und kein Zug im Raum. Mehr zu den Ursachen und Gegenmaßnahmen finden Sie in Warping beim 3D-Druck.

Einstellungen im Überblick

Die folgende Tabelle zeigt, worauf Sie bei Nylon im Vergleich zu PLA achten sollten. Konkrete Zahlen entnehmen Sie dem Datenblatt der Spule, denn Hersteller weichen deutlich voneinander ab.

  • Spule trocknen und möglichst aus trockener Umgebung drucken
  • Düse und Bett nach Datenblatt einstellen
  • Haftmittel auftragen, Brim verwenden
  • Teilekühlung gering halten, Zugluft vermeiden

Fehlerbilder und Abhilfe

Fäden und Blasen deuten fast immer auf Feuchtigkeit hin. Trocknen Sie die Spule noch einmal und prüfen Sie, ob die Zufuhr offen ist. Zu schwache Schichten kommen oft von zu niedriger Temperatur, drucken Sie daher etwas wärmer oder langsamer.

Löst sich das Teil vom Bett, hilft ein frisches Haftmittel, ein Brim und ein geschlossenes Gehäuse. Verstopft die Düse, kann Feuchtigkeit im Filament die Ursache sein. Anleitungen zur Reinigung bietet Düse verstopft.

Stringing treten bei Nylon häufig auf. Retraction und Temperatur lassen sich korrigieren, siehe Stringing vermeiden.

Auch die Maßhaltigkeit verdient Beachtung: Nylon schrumpft beim Abkühlen stärker als PLA, und fertige Teile können später noch Feuchtigkeit aufnehmen und dadurch minimal quellen. Passungen sollten Sie deshalb mit einem Probeteil prüfen und bei Bedarf mit etwas mehr Spiel konstruieren. Fertige Teile für Zahnräder oder Gleitlager lassen sich gut trocken lagern, bis sie eingesetzt werden.

Drucker für anspruchsvolle Filamente ansehen →

Häufige Fragen

Kann ich Nylon auf jedem Drucker drucken? Nur wenn das Hotend die nötige Temperatur dauerhaft erreicht und verträgt. Prüfen Sie die Herstellerangabe zur Höchsttemperatur.

Wie lange muss ich Nylon trocknen? Das hängt vom Typ und vom Feuchtegehalt ab. Folgen Sie der Angabe des Filament-Herstellers.

Ist Nylon haltbarer als PETG? Bei Reibung und Stoß oft ja. Bei Wärme und Feuchte unterscheiden sich die Typen, vergleichen Sie die Datenblätter.

Warum bricht mein Nylon-Teil zwischen den Schichten? Meist ist die Temperatur zu niedrig oder das Filament feucht.

Was Sie dafür brauchen