Problemlösung
Stringing beim 3D-Druck vermeiden
Veröffentlicht am
Hinweis: Diese Seite enthält Werbelinks (Affiliate-Links) zu Amazon. Kaufen Sie über einen solchen Link, erhalten wir eine Provision. Für Sie ändert sich der Preis nicht. Mehr dazu
Kurz gesagt
Stringing entsteht, wenn bei Leerfahrten Filament aus der Düse tropft. Prüfen Sie zuerst, ob das Filament trocken ist, senken Sie dann die Düsentemperatur etwas und stellen Sie Retraction (Rückzug) im Slicer passend ein. Bei vielen Druckern reichen diese drei Schritte aus.
Passende Produkte
Alle 7 Produkte im VergleichBambu Lab P1S, geschlossen, bis 16 Farben mit AMS
Preis bei Amazon prüfenWerbelinkBambu Lab A1, 256 mm Bauraum, offener Bettschieber
Preis bei Amazon prüfenWerbelinkCreality Ender-3 V3 KE, 500 mm/s, 220 mm Bauraum
Preis bei Amazon prüfenWerbelink
Dünne Fäden wie Spinnweben zwischen zwei Türmen oder an den Seiten eines Teils sind ein häufiges Druckproblem. Sie entstehen, wenn die Düse zwischen zwei Punkten ohne Druck fährt und trotzdem Filament austritt. Diese Seite nennt die Ursachen in der Reihenfolge, in der Sie sie sinnvoll prüfen: Feuchtigkeit, Temperatur, Retraction und Bewegung. Genaue Zahlen hängen von Drucker und Filament ab, nutzen Sie deshalb die Profile des Herstellers als Ausgangspunkt.
Was Stringing ist und woran Sie es erkennen
Stringing zeigt sich als dünne Fäden oder Haare zwischen getrennten Teilen, oft an Stellen, an denen der Druckkopf über freie Flächen fährt. Es sieht unschön aus, lässt sich meist leicht abziehen oder abflammen, verrät aber, dass etwas nicht stimmt. Besonders anfällig ist PETG, aber auch PLA fädelt bei ungünstigen Einstellungen.
Ein einfacher Test sind zwei kleine Türme mit Abstand dazwischen, wie sie viele Slicer oder Modellportale als Stringing-Test anbieten.
- 1Fäden: dünne Stränge zwischen den Türmen, die nicht zum Teil gehören
- 2Turm: Testteil für Stringing, die Düse fährt zwischen zwei Säulen
- 3Retraction: zu kurzer oder zu langsamer Rückzug lässt Filament nachlaufen
- 4Temperatur: zu heiß macht das Material dünnflüssig und lässt es tropfen
- 5Feuchtes Filament: Wasser verdampft in der Düse und lässt das Material fädeln
Schritt 1: Filament trocknen
Feuchtes Filament ist die häufigste Ursache. Das Wasser verdampft in der heißen Düse, bildet Bläschen und lässt Material nachlaufen. Typische Zeichen sind Knistern, Zischen, raue Oberflächen und feine Fäden. Lagern Sie Spulen in einer geschlossenen Box mit Trockenmittel.
Zum Trocknen eignen sich Filamenttrockner oder ein Ofen mit exakter Temperaturregelung. Halten Sie sich an die Temperatur- und Zeitangaben des Filamentherstellers. Zu viel Wärme kann Spule und Material verformen. Wie sich das Trocknen bei den Materialien unterscheidet, steht in PLA oder PETG.
Ein Hinweis zur Vorbeugung: Wer Spulen nach dem Druck wieder in die Box zurücklegt, statt sie tagelang am offenen Halter hängen zu lassen, spart sich viele Trocknungsrunden. Besonders in feuchten Räumen wie Keller oder Dachboden nimmt Filament in kurzer Zeit Wasser auf.
Hinweis:Hinweis: Heizen Sie keine Spulen auf unbekannten Wegen auf und lassen Sie Trockner nicht unbeaufsichtigt. Manche Haushaltsöfen halten ihre Temperatur nicht genau, prüfen Sie sie mit einem Thermometer.
Schritt 2: Düsentemperatur senken
Zu heißes Filament ist dünnflüssiger und tropft leichter. Senken Sie die Düsentemperatur in Fünfer-Schritten und drucken Sie den Test erneut. Bleiben Sie im vom Hersteller angegebenen Bereich. Zu niedrige Werte führen dagegen zu schwacher Schichthaftung und Unterextrusion.
Ändern Sie immer nur eine Einstellung pro Versuch, damit Sie wissen, was gewirkt hat.
Schritt 3: Retraction einstellen
Retraction zieht das Filament vor einer Leerfahrt ein Stück zurück, damit der Druck in der Düse sinkt. Zwei Werte zählen: Länge und Geschwindigkeit des Rückzugs. Direktextruder, bei denen der Extruder direkt am Druckkopf sitzt, brauchen meist kürzere Strecken als Bowden-Systeme mit Schlauch. Beginnen Sie mit dem Profil des Herstellers.
Erhöhen Sie die Länge in kleinen Schritten, bis die Fäden verschwinden. Zu viel Rückzug führt zu Lücken, Verstopfung durch Hitzestau oder Schleifen am Extruderrad.
Prüfen Sie auch den Extruder: Rutscht das Filament im Antrieb oder ist die Spannung falsch eingestellt, schwankt der Materialfluss und Rückzug wirkt ungleichmäßig.
| Schritt | Maßnahme | Woran Sie Erfolg sehen |
|---|---|---|
| 1 | Filament trocknen | Kein Knistern, glatte Oberfläche |
| 2 | Düse etwas kühler | Weniger Nachlaufen |
| 3 | Retraction anpassen | Fäden verschwinden |
| 4 | Fahrwege und Tempo | Weniger Leerfahrten über Lücken |
| 5 | Düse prüfen | Sauberes Material, keine Ablagerung |
Schritt 4: Bewegung und Slicer-Optionen
Der Slicer bietet Optionen, die Leerfahrten verkürzen: Fahrwege optimieren, Leerfahrten über das Teil vermeiden, Wipe (kurzes Abstreifen am Ende einer Linie) und Z-Hop (leichtes Anheben). Zu schnelle Leerfahrten und große Abstände zwischen Teilen verstärken das Problem. Reihenfolge und Anordnung der Teile auf dem Bett lassen sich oft verbessern.
Auch eine verschlissene oder verschmutzte Düse kann tropfen. Reinigen Sie sie nach Herstellerangabe oder tauschen Sie sie aus.
Mit Stringing leben oder nacharbeiten
Ganz verschwindet Stringing nicht immer, vor allem bei PETG. Feine Fäden lassen sich mit einem Skalpell, einer Pinzette oder vorsichtig mit einem Feuerzeug in sicherem Abstand entfernen. Wenn der Fehler trotz Trocknen, Temperatur und Retraction bleibt, liegt es manchmal an der Mechanik oder dem Hotend. Prüfen Sie dann die Montage, siehe auch 3D-Drucker aufbauen und einrichten.
Haften die ersten Schichten zusätzlich schlecht, könnte feuchtes Filament die gemeinsame Ursache sein. Lesen Sie dazu 3D-Druck haftet nicht am Druckbett.
Welche Drucker neigen weniger zu Stringing
Direktextruder, gute Kühlung und fertige Profile des Herstellers erleichtern saubere Drucke. Wer vor dem Kauf steht, findet in den Ratgebern Beste 3D-Drucker und 3D-Drucker für Anfänger Geräte mit gut abgestimmten Profilen.
Häufige Fragen
Warum habe ich Stringing nur mit PETG? PETG ist zähflüssiger und feuchtigkeitsempfindlicher. Trocknen und angepasste Retraction sind hier besonders wichtig.
Hilft eine niedrigere Druckgeschwindigkeit? Sie kann helfen, aber die Hauptursachen sind Feuchte, Temperatur und Retraction.
Schadet zu viel Retraction? Ja, sie kann Lücken, Verstopfung oder Verschleiß am Extruder verursachen. Erhöhen Sie in kleinen Schritten.
Sind Fäden gefährlich für den Druck? Sie sind kosmetisch, können aber bei sehr starkem Auftreten auf zu feuchtes Filament hinweisen, das auch die Festigkeit mindert.
Was Sie dafür brauchen
- Preis bei Amazon prüfenWerbelink
Bambu Lab P1S, geschlossen, bis 16 Farben mit AMS
- Preis bei Amazon prüfenWerbelink
Bambu Lab A1, vollautomatische Kalibrierung