Vergleich
PLA oder PETG: welches Filament passt
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Kurz gesagt
PLA ist das einfachere Einsteigerfilament: gut druckbar, formstabil und für Deko, Prototypen und Modelle ideal. PETG ist zäher, hält mehr Wärme und Feuchtigkeit aus und eignet sich für Gebrauchsteile, ist aber heikler bei Fäden und Haftung. Für den Start nehmen Sie PLA, für belastete Teile PETG.
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Unser Fazit
Starten Sie mit PLA, wenn Sie Einsteiger sind oder Modelle und Deko drucken. Greifen Sie zu PETG für zähe, wärme- und feuchtigkeitsbeständigere Gebrauchsteile und nehmen Sie dafür etwas mehr Feinabstimmung in Kauf.
PLA und PETG sind die beiden Standardfilamente für FDM-Drucker. Beide laufen auf den meisten Einsteigergeräten, unterscheiden sich aber bei Festigkeit, Hitzebeständigkeit, Druckverhalten und Einsatz. Diese Seite vergleicht die Materialien sachlich und gibt Faustregeln für typische Projekte. Für genaue Temperaturen und Einstellungen gilt immer das Datenblatt des jeweiligen Filaments, denn Hersteller weichen voneinander ab.
Die Unterschiede in Kürze
PLA (Polymilchsäure) wird aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt, druckt bei vergleichsweise niedriger Temperatur und verzieht sich kaum. Es ist steif, aber eher spröde und wird bei Wärme früh weich. PETG ist ein glykolmodifiziertes PET, das auch in Getränkeflaschen verwandt ist. Es ist zäher, biegt sich eher, als dass es bricht, und verträgt mehr Wärme.
| Eigenschaft | PLA | PETG |
|---|---|---|
| Druckbarkeit | Sehr einfach, verzeiht Fehler | Gut, neigt aber zu Fäden und Schmieren |
| Steifigkeit | Hoch, eher spröde | Etwas flexibler, zäher |
| Hitzebeständigkeit | Gering, wird im Auto in der Sonne weich | Höher, für warme Umgebungen besser |
| Oberfläche | Matt bis seidig, scharfe Details | Glänzend, etwas weniger scharfe Kanten |
| Feuchte | Nimmt Feuchte auf, für Dauereinsatz im Nassbereich weniger geeignet | Besser in feuchter Umgebung |
| Geruch | Schwach | Schwach |
| Haftung am Bett | Unkompliziert | Kann zu stark haften, Druckplatte schonen |
Wann PLA die bessere Wahl ist
PLA ist ideal für Modelle, Figuren, Deko, Prototypen und Teile, die im Haus liegen und nicht heiß werden. Es druckt auf nahezu jedem Gerät zuverlässig, auch ohne Gehäuse. Wer gerade den ersten Drucker aufgebaut hat, startet mit PLA, weil Fehler leichter zu erkennen sind. Die erste Einrichtung beschreibt 3D-Drucker aufbauen und einrichten.
Auch für Teile mit feinen Details oder scharfen Kanten ist PLA gut geeignet. Nachteil: Bei Dauerlast und Wärme verformt es sich. Ein Halter hinter einer Heizung oder im Auto ist mit PLA keine gute Idee.
Ein weiterer Pluspunkt: PLA lässt sich gut schleifen, kleben und lackieren. Für Prototypen, bei denen Passform und Optik wichtig sind, ist es daher oft die erste Wahl. Wer mehrere Varianten eines Teils ausprobieren will, spart mit PLA außerdem Zeit, weil weniger Nacharbeit anfällt.
Wann PETG die bessere Wahl ist
PETG eignet sich für Gebrauchsteile, die mehr aushalten sollen: Halterungen in der Werkstatt, Teile im Garten oder Bad, Clips, die sich leicht biegen dürfen, oder Gehäuse mit Wärmeentwicklung. Es ist zäher als PLA und bricht seltener schlagartig.
Dafür verlangt PETG mehr Aufmerksamkeit. Es neigt zu feinen Fäden, mehr dazu in Stringing vermeiden, und kann auf glatten Platten sehr stark haften. Die Druckplatte lässt sich schonen, wenn Sie Abstand und Temperatur genau nach Datenblatt einstellen, siehe Haftung am Druckbett.
Hinweis:Hinweis: Filament hat je nach Hersteller andere Temperaturbereiche. Übernehmen Sie Düsen- und Betttemperatur aus dem Datenblatt der Spule oder aus dem Profil Ihres Slicers, nicht aus Faustwerten.
Trocknen und Lagern
Beide Materialien nehmen Feuchtigkeit aus der Luft auf. Feuchtes Filament knistert, bildet Bläschen und erzeugt Fäden und raue Oberflächen. PETG reagiert besonders empfindlich. Lagern Sie Spulen deshalb trocken, am besten in einer verschließbaren Box mit Trockenmittel. Bei Bedarf trocknen viele Hobbyisten Filament in einem dafür geeigneten Trockner oder Ofen mit exakter Temperaturregelung. Halten Sie sich an die Herstellerangabe zur Trocknungstemperatur, denn zu hohe Wärme verformt die Spule.
Faustregeln für typische Projekte
Die folgende Liste hilft bei der Auswahl. Sie ersetzt keine Prüfung des konkreten Einsatzes, gibt aber eine gute Ausgangsbasis.
- Deko, Figuren, Modelle, Prototypen: PLA
- Haushaltsorganizer ohne Wärme: PLA
- Werkstattteile mit Belastung: PETG
- Teile im Außenbereich oder Bad: PETG
- Teile in Autonähe oder bei starker Wärme: PETG oder ein anderes wärmefestes Material, nach Datenblatt
- Erstes Filament für den neuen Drucker: PLA
Kosten und Verbrauch
Beide Filamente liegen in einer ähnlichen Preisklasse, PETG ist meist etwas teurer. Die Differenz ist im Vergleich zu Druckzeit und Strom oft klein. Wie sich Material- und Stromkosten für ein Teil berechnen, zeigt der Druckkosten-Rechner. Eine Gesamtübersicht der Anschaffung finden Sie unter Was kostet ein 3D-Drucker wirklich.
Wer sich für ein Gerät entscheidet, sollte beachten, dass nicht jeder Drucker alle Materialien drucken kann. Offene Geräte sind für PLA und PETG ausgelegt, andere Materialien verlangen oft Gehäuse oder höhere Temperaturen. Passende Modelle zeigt der Ratgeber Beste 3D-Drucker.
Häufige Fragen
Ist PETG stabiler als PLA? PETG ist zäher und bricht seltener schlagartig, PLA ist steifer. Welches stabiler wirkt, hängt von Belastungsart und Druckeinstellungen ab.
Kann ich PLA und PETG mit demselben Drucker drucken? Ja, die meisten FDM-Drucker für Einsteiger schaffen beides. Passen Sie Temperaturen und Kühlung an das jeweilige Filament an.
Ist PLA lebensmittelecht? Nicht automatisch. Der Rohstoff mag unbedenklich sein, gedruckte Teile haben aber Poren und Rillen, in denen sich Keime halten. Verlassen Sie sich nur auf ausdrückliche Herstellerangaben und nutzen Sie gedruckte Teile nicht für Lebensmittel, wenn Sie sich nicht sicher sind.
Warum bildet PETG so viele Fäden? Das Material ist zähflüssig und tropft leichter aus der Düse. Trockenes Filament, passende Temperatur und Retraction sind die wichtigsten Stellschrauben.
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