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Vergleich

PLA+ oder PLA: was ist der Unterschied

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PLA+ steht in vielen Regalen neben normalem PLA und verspricht mehr Zähigkeit. Was genau dahinter steckt, bleibt oft unklar, denn der Name ist keine genormte Bezeichnung. Dieser Vergleich zeigt, was sich bei Zusammensetzung, Druckverhalten und Einsatz tatsächlich unterscheidet und für welche Teile sich der Griff zu PLA+ lohnt. Genaue Werte stehen immer im Datenblatt des jeweiligen Herstellers.

Was hinter dem Plus steckt

Normales PLA besteht aus Polymilchsäure, die aus nachwachsenden Rohstoffen gewonnen wird. Es ist steif, lässt sich gut drucken und hat scharfe Details. Dafür ist es eher spröde und verformt sich bei Wärme früh.

PLA+ ist kein einheitliches Material. Hersteller mischen dem PLA Zusätze bei, etwa Schlagzähmodifikatoren oder Weichmacher, um das Material zäher zu machen. Welche Zusätze das sind, wird häufig nicht offengelegt. Zwei PLA+-Spulen verschiedener Marken können sich deshalb deutlich unterscheiden.

Da keine Norm für den Begriff existiert, lohnt der Blick ins Datenblatt: Dort stehen Druck- und Bett-Temperatur, oft auch Werte zu Zugfestigkeit und Schlagzähigkeit. Mehr Grundlagen zu den Materialien finden Sie in Filamentarten im Überblick.

Eigenschaften im direkten Vergleich

Die Unterschiede zeigen sich vor allem bei Zähigkeit und Bruchverhalten. PLA+ biegt sich meist ein Stück weit, bevor es bricht, während Standard-PLA schlagartig reißt. Die Steifigkeit ist bei beiden hoch.

Bei Wärme verhalten sich beide ähnlich. PLA+ ist in der Regel nicht wesentlich hitzebeständiger. Im Auto in der Sonne oder hinter einer Heizung können beide Materialien weich werden. Wer Wärmebeständigkeit braucht, sollte zu PETG oder ABS greifen, siehe PLA oder PETG.

Druckverhalten und Einstellungen

PLA+ druckt auf den meisten Geräten ohne großen Aufwand. Viele Hersteller geben eine etwas höhere Düsentemperatur an, damit die Schichten gut verschmelzen. Die Lüfterkühlung wird ähnlich wie bei PLA eingestellt, bei manchen Marken kann etwas weniger Kühlung die Schichthaftung verbessern.

Fäden treten bei PLA+ gelegentlich häufiger auf. Reduzieren Sie dann die Temperatur oder passen Sie die Retraction an, siehe Stringing vermeiden. Feuchtes Filament verschlechtert die Qualität spürbar, trocknen Sie es bei Bedarf wie in Filament trocknen beschrieben.

Die Haftung am Bett ist normalerweise unproblematisch. Wenn es Probleme gibt, hilft Druck haftet nicht am Druckbett. Grundsätzliche Temperaturbereiche für PLA und PETG fasst PLA und PETG: Drucktemperatur zusammen.

Wann sich PLA+ lohnt

PLA+ eignet sich für Teile, die nicht bei jedem Stoß zerbrechen sollen: Halterungen, Clips mit leichter Federung, Werkzeughalter, Gehäuse für Elektronik oder Teile, die gelegentlich fallen. Auch dünne Stege halten oft besser.

Für Modelle, Figuren, Deko und Prototypen mit feinen Details genügt Standard-PLA. Es ist meist günstiger und liefert scharfe Kanten. Wer viel druckt und eine Spule für alles will, findet in PLA+ einen guten Kompromiss.

Nicht geeignet sind beide Varianten für Teile unter Dauerlast bei Wärme, für Außeneinsatz in praller Sonne oder für Anwendungen mit Kontakt zu Lebensmitteln, siehe Lebensmittelecht drucken.

  • Standard-PLA: Deko, Figuren, Prototypen, Modelle mit feinen Details
  • PLA+: Halter, Clips, Gehäuse, Teile mit leichtem Stoß
  • PETG oder ABS: Wärme, Außeneinsatz, höhere Belastung
  • TPU: flexible Teile, siehe TPU drucken

Typische Irrtümer

Ein häufiger Irrtum ist, PLA+ sei einfach stärker. Die Zähigkeit steigt oft, die Steifigkeit bleibt ähnlich oder sinkt leicht. Für Teile, die sich nicht biegen dürfen, bringt PLA+ also nicht automatisch einen Vorteil.

Ebenfalls verbreitet ist die Annahme, PLA+ sei hitzebeständig. Das stimmt in der Regel nicht. Hersteller geben die Wärmeformbeständigkeit im Datenblatt an, die Werte liegen bei PLA-Varianten meist deutlich niedriger als bei PETG und ABS.

Auch Farbe und Hersteller spielen eine Rolle. Gleiche Bezeichnungen führen nicht zu gleichen Eigenschaften. Verwenden Sie deshalb dieselbe Marke und Farbe für zusammengehörige Teile und prüfen Sie neue Spulen mit einem kleinen Probedruck.

Hinweis:Gilt auch für PLA+: Kunststoffteile aus dem 3D-Drucker sollten nicht für sicherheitsrelevante Anwendungen wie Halterungen für schwere Lasten, Fahrzeugteile oder Kinderprodukte ohne Prüfung eingesetzt werden.

Empfehlung nach Einsatz

Für den Einstieg und für Dekoration nehmen Sie normales PLA. Es ist vergleichsweise unkompliziert und verzeiht Einstellungsfehler. Wenn ein Teil dagegen regelmäßig angefasst, gebogen oder eingeklemmt wird, ist PLA+ eine sinnvolle Aufwertung ohne großen Mehraufwand.

Brauchen Sie mehr als Zähigkeit, etwa Hitze- oder Witterungsbeständigkeit, wechseln Sie das Material statt die PLA-Variante: Mehr zu ABS lesen Sie in ABS drucken, zu PETG in PETG oder ABS.

Welche Drucker für den Einstieg in PLA und PLA+ geeignet sind, zeigen die Ratgeber 3D-Drucker für Anfänger und 3D-Drucker bis 300 Euro.

Einsteiger-Drucker für PLA ansehen →

Häufige Fragen

Ist PLA+ immer besser als PLA? Nein. Für Details und Optik reicht PLA oft aus, PLA+ lohnt vor allem bei Stoßbelastung.

Brauche ich andere Einstellungen für PLA+? Meist eine etwas höhere Temperatur. Folgen Sie den Angaben auf der Spule.

Ist PLA+ hitzebeständiger? In der Regel nicht wesentlich. Prüfen Sie das Datenblatt.

Kann ich PLA+ im Auto lassen? Besser nicht. Bei Sonneneinstrahlung kann es weich werden.

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