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Ratgeber

PLA und PETG: Drucktemperaturen im Überblick

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Die richtige Temperatur entscheidet bei PLA und PETG über saubere Wände, gute Haftung und wenig Fäden. Zu kalt führt zu Lücken und schwacher Schichthaftung, zu heiß zu Tropfen und Fäden. Diese Seite nennt gängige Richtwerte als Tabelle, zeigt typische Anzeichen für falsche Einstellungen und erklärt, wie Sie die Werte für Ihre Spule eingrenzen. Alle Zahlen sind Orientierung, Herstellerangaben beachten, denn Zusätze, Farbpigmente und Drucker beeinflussen das Ergebnis.

Richtwerte im Überblick

Die Tabelle zeigt übliche Bereiche. Sie stammen aus gängigen Herstellerdatenblättern, einzelne Spulen liegen darüber oder darunter. Beginnen Sie in der Mitte des auf der Spule genannten Bereichs und ändern Sie in kleinen Schritten von etwa 5 Grad.

Hinweis:Maximale Temperatur Ihres Hotends beachten: Nicht jedes Gerät erreicht die Werte für ABS oder ASA, und PTFE-Teile im Hotend vertragen nur begrenzte Hitze. Das Handbuch nennt die Grenzen.

PLA: niedrig und unkompliziert

PLA lässt sich in einem breiten Fenster drucken. Bei den unteren Werten werden feine Details und Überhänge sauberer, bei höheren Werten haftet jede Schicht besser. Das Bett braucht bei vielen Plattentypen nur milde Wärme, manche Oberflächen halten PLA schon bei Raumtemperatur, andere bei 55 bis 60 Grad. Zu hohe Betttemperatur lässt die untersten Schichten ausquellen, siehe Elefantenfuß.

Bei PLA+ und Silk-Varianten kommen Zusätze ins Spiel, die den Bereich nach oben verschieben. Die Herstellerangabe wiegt hier besonders schwer. Welche Eigenschaften die beiden Sorten verbinden und trennen, zeigt PLA oder PETG.

PETG: wärmer, aber nicht zu heiß

PETG braucht mehr Hitze, damit die Schichten verschmelzen, neigt aber bei zu viel Temperatur zu Fäden und Klumpen an der Düse. Das Bett wird meist deutlich wärmer gefahren, damit die erste Schicht haftet. Zu stark haftet PETG allerdings auf glatten Platten, deshalb wird häufig ein Trennmittel oder eine texturierte Platte eingesetzt, mehr dazu in Druckplatten für 3D-Drucker.

Beim Lüfter gilt: weniger ist oft mehr. Starke Kühlung schwächt die Schichthaftung bei PETG. Wer Fäden sieht, senkt zuerst die Düsentemperatur um 5 Grad und prüft die Retraction, dazu der Beitrag Stringing vermeiden.

Woran Sie falsche Temperaturen erkennen

Zu niedrige Düsentemperatur zeigt sich durch raue, matte Wände, Lücken zwischen den Linien, brüchige Teile und Klackern am Extruder, weil das Filament nicht schnell genug schmilzt. Zu hohe Temperatur macht sich durch Fäden, Tropfen, glänzende, ungleichmäßige Oberflächen und weiche Überhänge bemerkbar. Verzieht sich das Teil an den Ecken, ist oft das Bett zu kalt oder die Zugluft zu stark.

Die Betttemperatur erkennen Sie an der ersten Schicht: Löst sie sich, ist das Bett zu kalt oder die Platte schmutzig, quillt sie unten aus, ist es zu warm. Reinigen Sie die Platte, bevor Sie an den Temperaturen drehen, wie PEI-Platte reinigen zeigt.

  • Raue, matte Wände und Lücken: Düse zu kalt
  • Fäden, Tropfen, weiche Überhänge: Düse zu heiß
  • Ablösen der ersten Schicht: Bett zu kalt oder Platte fettig
  • Ausquellen der ersten Schichten: Bett zu warm

Temperaturturm und Feintuning

Einen Temperaturturm kennen die meisten Slicer: Er druckt Abschnitte mit schrittweise sinkender Temperatur, sodass Sie das beste Segment optisch auswählen. Orca Slicer und andere Programme bringen Kalibrierdrucke mit, mehr dazu im Slicer-Vergleich. Der Test dauert eine knappe Stunde und spart danach viel Ausschuss.

Notieren Sie das Ergebnis pro Spule. Selbst gleiche Marken schwanken von Farbe zu Farbe, weil Pigmente das Schmelzverhalten beeinflussen. Feuchtes Filament verfälscht jeden Test, trocknen Sie im Zweifel vorher, siehe Filament trocknen.

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Gerät und Umgebung

Die angezeigte Temperatur ist ein Messwert des Sensors, nicht zwingend die Temperatur der Schmelze. Bei hohen Geschwindigkeiten fließt mehr Material durch und die Schmelze kühlt ab, dann brauchen Sie etwas mehr Hitze. Hochgeschwindigkeits-Drucker haben deshalb oft andere Voreinstellungen, siehe schnelle CoreXY-Drucker.

Auch die Umgebung zählt. Kalte Räume und Zugluft lassen Teile schneller abkühlen und verziehen. Ein einfacher Schutz gegen Luftzug hilft, bei empfindlichen Materialien auch eine Einhausung.

Häufige Fragen

Welche Temperatur für PLA? Als Richtwert etwa 190 bis 220 Grad an der Düse. Herstellerangaben beachten, die Spule nennt das empfohlene Fenster.

Welche Betttemperatur für PETG? Häufig 70 bis 85 Grad. Bei glatten Platten kann PETG zu stark haften, dann hilft ein Trennmittel oder eine texturierte Platte.

Darf PLA ohne beheiztes Bett gedruckt werden? Oft ja, abhängig von der Platte. Ein leicht erwärmtes Bett verbessert die Haftung bei vielen Geräten.

Woher weiß ich, ob meine Düse zu heiß ist? Fäden, Tropfen und weiche, glänzende Überhänge sind typische Zeichen. Senken Sie die Temperatur in Schritten von 5 Grad und prüfen Sie das Ergebnis.

Was Sie dafür brauchen