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Anleitung

ABS drucken: Einstellungen, Gehäuse und Tipps

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ABS ist robuster und hitzebeständiger als PLA und wird für Gehäuse, Halterungen und technische Teile genutzt. Dafür ist es anspruchsvoller: Es verzieht sich leicht, haftet nicht von allein und verlangt einen warmen Bauraum. Diese Anleitung zeigt, was Sie brauchen, welche Einstellungen als Ausgangspunkt dienen und wie Sie typische Probleme vermeiden. Temperaturen sind Richtwerte, Herstellerangaben beachten, außerdem gilt: Nicht jeder offene Drucker eignet sich für ABS.

Was ABS besonders macht

ABS (Acrylnitril-Butadien-Styrol) ist ein Kunststoff, der sich gut schleifen, kleben und mit Aceton verbinden lässt. Es verträgt mehr Wärme als PLA und ist zäher, wird aber beim Abkühlen stark kleiner. Das erzeugt Spannungen, die Ecken vom Bett heben (Warping) und Risse zwischen den Schichten verursachen.

Wie ABS im Vergleich zu PETG steht, klärt der Beitrag zu den Unterschieden der Materialien im Überblick der Filament-Arten. Für Außenbereiche ist ASA oft besser, siehe ASA-Filament.

Voraussetzungen am Drucker

Das Wichtigste ist ein geschlossener Bauraum. Die warme Luft im Inneren verlangsamt das Abkühlen und reduziert Verzug. Geschlossene Drucker bringen das ab Werk mit, bei offenen Geräten hilft eine selbstgebaute Einhausung. Das Bett sollte 90 bis 110 Grad erreichen, und das Hotend muss die höheren Temperaturen schaffen.

Prüfen Sie im Handbuch, ob Ihr Hotend für ABS freigegeben ist. Bei Hotends mit PTFE-Auskleidung gilt meist eine Obergrenze, über der das Material zersetzt wird. Ganzmetall-Hotends haben diese Grenze nicht. Stellen Sie den Drucker außerdem zugfrei auf und lassen Sie das Bett vor dem Start einige Minuten vorwärmen.

Geschlossene Modelle im Ratgeber →

Einstellungen als Ausgangspunkt

Die Werte sind Richtwerte, Herstellerangaben beachten. Starten Sie in der Mitte des auf der Spule genannten Bereichs und ändern Sie jeweils nur eine Einstellung, damit Sie die Wirkung erkennen. Bei ABS lohnt es sich, langsamer zu drucken als bei PLA, vor allem bei großen Teilen mit viel Fläche.

Schritt für Schritt zum ersten ABS-Druck

Der folgende Ablauf hilft, die typischen Fehler beim ersten Versuch zu vermeiden. Beginnen Sie mit einem kleinen, flachen Teil ohne scharfe Ecken, etwa einem Würfel mit abgerundeten Kanten, statt mit einem großen Gehäuse.

  1. 1

    Filament trocken halten und bei Bedarf trocknen, die Hinweise stehen im Beitrag Filament trocknen.

  2. 2

    Druckplatte gründlich reinigen und bei Bedarf Haftmittel dünn auftragen.

  3. 3

    Im Slicer ABS-Profil wählen, Lüfter ausschalten, Brim aktivieren.

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    Bett und Bauraum zehn bis fünfzehn Minuten vorwärmen, damit sich die Temperatur im Gehäuse angleicht.

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    Erste Schichten beobachten und bei Ablösen sofort abbrechen, Einstellungen anpassen.

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    Nach dem Druck im geschlossenen Drucker abkühlen lassen, erst dann entnehmen.

Haftung am Bett sichern

ABS haftet auf sauberen PEI-Platten häufig gut, auf manchen Oberflächen jedoch nur mit Hilfsmittel. Ein dünner Auftrag Klebestift oder ein Haftmittel kann helfen. Reinigen Sie die Platte vorher, wie in PEI-Platte reinigen beschrieben. Ein Brim vergrößert die Auflagefläche, besonders bei langen, flachen Teilen mit scharfen Ecken.

Bleibt trotzdem Verzug, prüfen Sie Zugluft, Bettabstand und die Position im Bauraum. Weitere Ursachen und Gegenmittel finden Sie unter Warping vermeiden und Filament haftet nicht.

Dämpfe und Sicherheit

Beim Erhitzen von ABS entstehen Dämpfe und ultrafeine Partikel. Sie riechen unangenehm und können die Atemwege reizen. Drucken Sie ABS deshalb nur in einem gut belüfteten Raum, am besten außerhalb von Wohn- und Schlafräumen, und halten Sie sich nicht dauerhaft neben dem laufenden Drucker auf.

Eine Einhausung mit Aktivkohlefilter oder eine Absaugung nach draußen verringert die Belastung. Ein Filter ersetzt jedoch keine Frischluft, und die Wirkung hängt vom Gerät ab. Informationen zu Geräuschen und Aufstellort bietet Lautstärke am 3D-Drucker. Lassen Sie ABS-Drucke nie unbeaufsichtigt laufen, denn heiße Bauteile und Heizelemente sind ein Brandrisiko.

Hinweis:Sicherheit: Für ABS gut lüften, Dämpfe nicht einatmen, Drucker nicht unbeaufsichtigt betreiben. Bei Beschwerden Raum verlassen und lüften. Beachten Sie die Hinweise von Drucker- und Filamenthersteller.

Nachbearbeitung

ABS lässt sich gut schleifen, spachteln und lackieren, Schritte dazu stehen in 3D-Drucke glätten. Teile können mit Aceton verklebt werden. Acetondämpfe zum Glätten ganzer Oberflächen sind allerdings leicht entzündlich und gesundheitsschädlich, dazu der Hinweis im Glätten-Ratgeber.

Lassen Sie große Teile im geschlossenen Drucker langsam abkühlen, bevor Sie sie entnehmen. Das senkt die Spannungen. Lagern Sie Filament trocken, denn auch ABS nimmt Feuchte auf, wie Filament richtig lagern erklärt.

Häufige Fragen

Kann ich ABS auf einem offenen Drucker drucken? Bei kleinen Teilen manchmal, bei größeren verzieht es sich meist. Ein geschlossener Bauraum ist die verlässlichste Lösung.

Warum reißt mein ABS-Teil zwischen den Schichten? Meist kühlt das Teil zu schnell ab. Lüfter aus, Bauraum geschlossen halten und Düse eher am oberen Ende des Bereichs wählen.

Sind ABS-Dämpfe gefährlich? Sie reizen Atemwege und riechen unangenehm. Gut lüften und Aufenthalt neben dem Drucker begrenzen. Gesundheitliche Fragen klären Sie mit einer Ärztin oder einem Arzt.

Wie viel Brim brauche ich? Für große, flache Teile mit Ecken häufig mehrere Millimeter. Beginnen Sie mit etwa 5 mm und passen Sie an.

Was Sie dafür brauchen