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Anleitung

3D-Drucke glätten: Schleifen, Spachteln und Lackieren

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Gedruckte Teile zeigen die Schichtlinien des Verfahrens, bei FDM deutlich, bei Resin kaum. Für Modelle, Gehäuse und Figuren will man sie oft verschwinden lassen. Diese Anleitung führt vom Entfernen der Stützspuren bis zur lackierten Oberfläche und nennt, was je nach Material funktioniert. Sicherheit steht dabei im Vordergrund: Schleifstaub, Lösungsmittel und Lacke sind nicht harmlos, die Herstellerhinweise der jeweiligen Produkte gelten immer.

Vorbereitung und Schutz

Entfernen Sie zuerst Stützen, Fäden und Brim mit Seitenschneider und Skalpell. Schneiden Sie vom Teil weg, nicht zu sich hin. Für den ganzen Prozess brauchen Sie Schleifpapier in mehreren Körnungen, Spachtelmasse, Grundierung, Lack, Handschuhe, Schutzbrille und eine Staubmaske der Klasse FFP2 oder besser. Arbeiten Sie im Freien oder bei guter Lüftung.

Schleifstaub aus Kunststoff ist feiner, als man denkt. Nass schleifen bindet den Staub, schont die Lunge und verhindert, dass der Kunststoff durch Reibungswärme schmilzt. Halten Sie Kinder und Haustiere fern.

Hinweis:Sicherheit: Atemschutz (FFP2 oder besser), Schutzbrille und Handschuhe tragen. Lösungsmittel und Lacke nur gut belüftet verarbeiten, Zündquellen fernhalten. Sicherheitsdatenblätter beachten.

Schleifen mit steigender Körnung

Starten Sie mit grober Körnung, etwa 120 bis 200, um die Schichtkanten zu brechen, und steigern Sie schrittweise auf 400, 800 und feiner. Überspringen Sie keine Stufe, sonst bleiben tiefe Kratzer. Schleifen Sie mit gleichmäßigem Druck und nasser Folie oder Wasser, besonders bei PLA, das bei Wärme weich wird.

Bei Details und Kanten nutzen Sie Schleifschwämme oder Feilen. Nehmen Sie nicht zu viel Material ab, denn die Außenwand ist nur wenige Zehntelmillimeter stark. Teile mit sehr dünnen Wänden eignen sich kaum zum Schleifen, dann hilft eher eine höhere Wandanzahl im Druck.

  1. 1

    Stützen und Grate entfernen

  2. 2

    Mit 120 bis 200er Körnung Schichtkanten brechen

  3. 3

    Mit 400er und 800er Körnung vorsichtig verfeinern

  4. 4

    Staub abspülen oder abwischen, Teil trocknen lassen

Spachteln und Füllen

Rillen und Löcher füllen Sie mit Feinspachtel oder einem Füllgrundierer. Tragen Sie dünn auf, lassen Sie die Schicht trocknen und schleifen Sie erneut. Mehrere dünne Schichten halten besser als eine dicke. Für Modellbau gibt es Spachtel in Tuben, die sich gut feinschleifen lassen. Geräte für feine Modellteile zeigt der Ratgeber 3D-Drucker für Modellbau.

Alternativ trägt man Kunstharz-Beschichtungen auf, die Rillen füllen und eine glatte, harte Oberfläche ergeben. Beachten Sie bei solchen Produkten die Anwendungshinweise, da sie Härter enthalten und teils reizend sind.

Grundieren und Lackieren

Eine Grundierung (Primer) zeigt Fehler sofort, denn sie macht Kratzer und Rillen sichtbar. Sprühen Sie in dünnen Schichten aus etwa 20 bis 30 Zentimetern Abstand, lassen Sie jede Schicht ablüften und schleifen Sie bei Bedarf nach. Danach folgt der Farblack, ebenfalls dünn aufgetragen, zum Schluss Klarlack. Sprühen Sie nur im Freien oder in einer Spritzkabine.

Prüfen Sie, ob Lack und Kunststoff zusammenpassen. Manche Lösungsmittel greifen PLA oder Resin an. Testen Sie an einer versteckten Stelle oder an einem Probeteil.

Drucker für Modellbau ansehen →

Chemisches Glätten: Aceton bei ABS und ASA

ABS und ASA lösen sich in Aceton an, sodass sich die Oberfläche glättet. Dabei wird das Teil dem Dampf ausgesetzt oder mit einem Pinsel behandelt. Das Verfahren ist riskant: Aceton ist hochentzündlich, seine Dämpfe sind gesundheitsschädlich und können mit Luft explosive Gemische bilden. Verwenden Sie es nur im Freien oder mit starker Abluft, nie in Wohnräumen, nie in der Nähe von Zündquellen oder elektrischen Geräten.

Wenn Sie sich unsicher sind, verzichten Sie darauf und schleifen stattdessen. Das Ergebnis lässt sich so ebenfalls gut kontrollieren. Beachten Sie die Hinweise des Herstellers, das Sicherheitsdatenblatt und tragen Sie Handschuhe, Schutzbrille und geeigneten Atemschutz. Ob ein Verfahren für Ihr Material geeignet ist, steht oft im Datenblatt, siehe auch ABS drucken und ASA-Filament.

Hinweis:Aceton: hochentzündlich, Dämpfe gesundheitsschädlich. Nur im Freien oder mit Abluft, ohne Zündquellen, mit Schutzausrüstung. Kein Aceton auf PLA oder PETG, sie lösen sich nicht zuverlässig.

Resin-Drucke glätten

Resin-Teile haben kaum sichtbare Schichten, dafür Stützpunkte, die Sie nach dem Aushärten entfernen. Schleifen Sie die Stellen nass mit feiner Körnung ab. Schleifstaub von gehärtetem Harz gehört nicht in die Lunge, also Maske tragen. Das Waschen und Härten beschreibt Resin-Drucke nachbearbeiten.

Frisches, unausgehärtetes Harz darf nicht geschliffen oder lackiert werden. Härten Sie vor der Nachbearbeitung vollständig nach. Mehr Sicherheit beim Umgang bietet Resin-Druck zuhause.

Kleine Kniffe für gute Ergebnisse

Der Druck selbst entscheidet viel. Feine Schichthöhen, eine passende Ausrichtung des Teils und wenige Stützen sparen später Schleifarbeit. Im Slicer-Vergleich lesen Sie, welche Programme Glättungsoptionen bieten, etwa in Slicer im Überblick. Legen Sie außerdem die Naht der Schichten im Slicer auf eine unauffällige Seite des Teils.

Arbeiten Sie in dünnen Schichten und mit Geduld. Zwischen den Arbeitsgängen sollte alles vollständig trocknen. Lagern Sie Lacke und Lösungsmittel kindersicher.

Häufige Fragen

Wie entferne ich Schichtlinien am besten? Mit Schleifen in steigender Körnung, dann Füllgrundierer und erneutem Feinschliff. So werden sie nach und nach unsichtbar.

Kann ich PLA mit Aceton glätten? Nein, PLA löst sich darin nicht zuverlässig. Für PLA bleiben Schleifen, Spachteln und Lackieren.

Ist Acetonglätten gefährlich? Aceton ist hochentzündlich, die Dämpfe sind gesundheitsschädlich. Nur im Freien oder mit Abluft, ohne Zündquellen und mit Schutzausrüstung.

Welche Körnung brauche ich? Etwa 120 bis 200 zum Start, dann 400 und 800, für Lackierungen darüber. Herstellerangaben der Spachtel- und Lackprodukte beachten.

Was Sie dafür brauchen