Zum Inhalt springen

Ratgeber

ASA-Filament: Eigenschaften und Einsatzgebiete

Veröffentlicht am

Hinweis: Diese Seite enthält Werbelinks (Affiliate-Links) zu Amazon. Kaufen Sie über einen solchen Link, erhalten wir eine Provision. Für Sie ändert sich der Preis nicht. Mehr dazu

ASA wird oft als wetterfeste Variante von ABS beschrieben. Es bleibt auch bei Sonne, Regen und Temperaturwechseln formstabiler und vergilbt weniger. Dafür stellt es ähnliche Anforderungen an den Drucker wie ABS. Diese Seite erklärt, was ASA ist, wie es sich von ABS unterscheidet, wofür es sich eignet und welche Voraussetzungen Ihr Drucker mitbringen muss. Temperaturen sind Richtwerte, Herstellerangaben beachten.

Was ist ASA?

ASA steht für Acrylnitril-Styrol-Acrylester. Chemisch ist es mit ABS verwandt, ersetzt aber den Butadien-Anteil durch eine Komponente, die gegen UV-Strahlung und Witterung widerstandsfähiger ist. Gedruckte Teile sind steif, zäh und etwas hitzebeständiger als PLA. Die Oberfläche wirkt matt bis seidig und lässt sich schleifen und lackieren.

Im Vergleich zu PLA und PETG ordnet ASA sich als technisches Material ein, das mehr Aufwand verlangt. Eine Übersicht aller gängigen Sorten finden Sie in Filament-Arten im Überblick.

ASA und ABS im Vergleich

Beide Materialien drucken sich ähnlich und lassen sich mit Aceton verkleben. Der Hauptunterschied ist die Alterung im Freien: ABS wird unter UV-Licht mit der Zeit spröde und gelblich, ASA hält deutlich länger. Dafür ist ASA weniger verbreitet, die Auswahl an Farben und Herstellern ist kleiner.

Beim Drucken verhält sich ASA wegen des Schrumpfens ähnlich wie ABS: Es verzieht sich und neigt zu Rissen zwischen den Schichten. Auch die Dämpfe sind vergleichbar, siehe die Hinweise unten. Wer ABS bereits kennt, kann dessen Einstellungen als Basis nehmen, wie in ABS drucken beschrieben.

Wofür ASA geeignet ist

Typisch sind Teile, die dauerhaft draußen stehen: Halterungen für Kameras, Gartenzubehör, Abdeckungen, Gehäuse für Sensoren, Teile für Fahrzeuge im Außenbereich oder Zubehör für Balkon und Terrasse. Auch in Autos, wo Hitze und Sonne wirken, gilt ASA als geeigneter als PLA.

Bleibt die Anwendung im Innenraum, ist ASA selten nötig. Für belastete Teile drinnen genügt häufig PETG, siehe PLA oder PETG. Für sicherheitsrelevante Teile gelten die Vorgaben des jeweiligen Anwendungsbereichs, ein 3D-Druckteil ersetzt kein geprüftes Bauteil.

Eigenschaften im Alltag

ASA ist steifer als PETG und weniger zäh. Es bricht bei starker Biegung eher, als dass es nachgibt, hält dafür seine Form bei Wärme besser. Die Wärmeformbeständigkeit liegt bei vielen Sorten deutlich über der von PLA, einen exakten Wert nennt das Datenblatt des Herstellers. Stellen Sie sich bei Teilen im Auto oder hinter Glas nicht auf Standardwerte ein, sondern prüfen Sie die Angabe der Spule.

Chemisch ist ASA gegen viele Haushaltsreiniger, Wasser und Salz in Maßen beständig. Gegen Lösungsmittel wie Aceton ist es dagegen empfindlich, was beim Kleben nützlich ist. Teile, die mit Kraftstoffen oder aggressiven Chemikalien in Berührung kommen, sollten Sie nicht ohne Herstellerfreigabe aus ASA fertigen.

Welcher Drucker für ASA

Ein geschlossener Bauraum ist die wichtigste Voraussetzung, denn Zugluft und kalte Umgebung führen schnell zu Verzug. Dazu kommen ein Bett, das 90 bis 110 Grad erreicht, und ein Hotend, das 260 Grad dauerhaft aushält. Prüfen Sie diese Angaben im Datenblatt Ihres Druckers.

Geschlossene CoreXY-Modelle bringen diese Eigenschaften oft mit. Passende Geräte zeigen die Ratgeber Schnelle CoreXY-3D-Drucker und Beste 3D-Drucker. Offene Bettschieber können ASA mit einer Einhausung drucken, mit eingeschränkter Zuverlässigkeit.

Geschlossene CoreXY-Drucker ansehen →

Sicherheit beim Drucken

Auch ASA setzt beim Erhitzen Dämpfe und ultrafeine Partikel frei. Drucken Sie in einem gut belüfteten Raum, halten Sie sich nicht dauerhaft neben dem Drucker auf und lassen Sie den Druck nie unbeaufsichtigt laufen. Eine Absaugung nach draußen ist besser als ein reiner Aktivkohlefilter, ersetzt aber nicht die Frischluft.

Hinweis:Sicherheit: ASA und ABS nur bei guter Belüftung drucken, Dämpfe nicht einatmen, Drucker nicht unbeaufsichtigt betreiben. Herstellerangaben und Sicherheitsdatenblatt beachten.

Tipps für saubere Drucke

Trocknen Sie das Filament vor dem Druck, wenn es länger offen lag, siehe Filament trocknen. Lüfter niedrig halten, Brim aktivieren und das Bett gut vorwärmen. Nutzen Sie eine saubere Platte, Reinigungstipps stehen in PEI-Platte reinigen.

Lassen Sie fertige Teile im geschlossenen Drucker auskühlen. Das senkt Spannungen. Zum Glätten eignen sich Schleifen und Lackieren, Aceton nur mit größter Vorsicht und nach den Hinweisen aus 3D-Drucke glätten.

Häufige Fragen

Ist ASA besser als ABS? Im Außenbereich ja, weil es UV und Witterung besser verträgt. Drinnen bietet ABS meist keinen Nachteil und ist oft verbreiteter.

Kann ich ASA auf einem offenen Drucker drucken? Bei kleinen Teilen manchmal. Verlässlich ist ein geschlossener Bauraum, der die Wärme hält.

Welche Temperatur braucht ASA? Als Richtwert etwa 240 bis 260 Grad an der Düse und 90 bis 110 Grad am Bett. Herstellerangaben beachten.

Wie lagere ich ASA? Trocken und lichtgeschützt in einer Box mit Trockenmittel, wie bei anderen technischen Filamenten.

Was Sie dafür brauchen