Zum Inhalt springen

Anleitung

Slicer-Einstellungen für Einsteiger

Veröffentlicht am

Hinweis: Diese Seite enthält Werbelinks (Affiliate-Links) zu Amazon. Kaufen Sie über einen solchen Link, erhalten wir eine Provision. Für Sie ändert sich der Preis nicht. Mehr dazu

Der Slicer verwandelt ein 3D-Modell in Anweisungen für den Drucker, und seine Einstellungen entscheiden über Qualität, Stabilität und Druckzeit. Wer zum ersten Mal die lange Liste sieht, ist schnell überfordert. Dabei zählen für den Einstieg nur wenige Stellschrauben. Diese Anleitung erklärt Schichthöhe, Wandstärke, Infill, Stützen, Geschwindigkeit und Haftung, und sagt, womit Sie anfangen sollten.

Mit dem Standardprofil starten

Fast jeder Slicer bringt fertige Profile für gängige Drucker und Filamente mit. Sie sind ein guter Ausgangspunkt, weil sie Temperaturen, Retraction und Geschwindigkeiten schon passend setzen. Wählen Sie Ihren Drucker, das Filament, etwa PLA, und eine Düsengröße, meist 0,4 mm. Drucken Sie damit ein kleines Testteil, bevor Sie etwas ändern.

Beliebt sind unter anderem Bambu Studio, Orca Slicer, PrusaSlicer und Cura. Die Grundlogik ist bei allen gleich, nur Bezeichnungen und Menüs unterscheiden sich.

Schichthöhe

Die Schichthöhe legt fest, wie dick jede einzelne Lage ist. Dünne Schichten zeigen weniger sichtbare Linien, dauern aber deutlich länger. Dicke Schichten drucken schneller und sind für Gebrauchsteile oft völlig ausreichend. Als Faustregel gilt, dass die Schichthöhe etwa die Hälfte des Düsendurchmessers oder weniger betragen sollte.

Für den Alltag sind 0,2 mm ein verbreiteter Kompromiss. Feine Figuren profitieren von 0,12 bis 0,16 mm, Prototypen und große Teile von 0,24 bis 0,28 mm.

Wandstärke und Wandlinien

Die Wände sind die äußere Hülle und tragen den größten Teil der Belastung. Sie werden als Anzahl der Linien eingestellt. Bei einer 0,4-mm-Düse ergeben zwei Linien etwa 0,8 mm Wand. Für stabile Teile sind drei oder vier Linien sinnvoller als viel Infill.

Wer Festigkeit sucht, erhöht zuerst die Wandlinien und erst danach den Infill. Das kostet weniger Zeit und bringt mehr, weil Kräfte meist über die Außenhaut übertragen werden.

Ein Beispiel verdeutlicht den Unterschied: Eine Halterung mit vier Wandlinien und 10 Prozent Infill hält bei Zug und Biegung meist mehr aus als dieselbe Halterung mit zwei Wandlinien und 40 Prozent Infill, und sie druckt schneller. Dünne Stellen unter der doppelten Linienbreite kann der Slicer oft gar nicht sauber drucken, planen Sie deshalb mit Wanddicken, die ein Vielfaches der Linienbreite sind.

Infill: Füllung und Muster

Der Infill ist das Innenleben des Teils. Zehn bis 20 Prozent genügen für Deko und die meisten Gebrauchsteile. Für belastete Halterungen können 30 bis 40 Prozent sinnvoll sein. Mehr als 50 Prozent bringt selten einen Vorteil und verlängert die Druckzeit stark.

Muster wie Gyroid, Gitter oder Linien unterscheiden sich in Festigkeit und Geschwindigkeit. Für den Anfang genügt das voreingestellte Muster. Mehr Infill verbraucht mehr Filament, die Folgen für die Betriebskosten behandelt 3D-Drucker Stromverbrauch und Betriebskosten.

Beachten Sie auch die Anzahl der oberen und unteren Schichten. Zu wenige obere Schichten lassen den Infill durchscheinen oder die Decke durchhängen, drei bis fünf Schichten sind verbreitet. Bei dicken Schichten reichen weniger, bei feinen braucht es mehr.

Stützen und Haftung am Bett

Überhänge über etwa 45 Grad und Brücken brauchen meist Stützstrukturen, sonst hängt das Filament durch. Aktivieren Sie die Stützen im Slicer nur, wo sie wirklich nötig sind, oder drehen Sie das Teil so, dass weniger Überhänge entstehen. Das spart Material und Nacharbeit.

Für die Haftung am Bett gibt es Skirt, Brim und Raft. Ein Skirt ist nur eine Umrandung zum Vorfüllen der Düse. Ein Brim verbreitert die erste Schicht und hilft bei schmalen Teilen oder Materialien, die sich verziehen. Ein Raft ist ein dünner Unterbau für schwierige Betten. Wenn Teile trotzdem nicht haften, hilft Druck haftet nicht am Bett.

Geschwindigkeit, Temperatur und Retraction

Höhere Geschwindigkeit spart Zeit, kann aber Qualität und Maßhaltigkeit kosten. Gerade bei Einsteigermodellen führen sehr hohe Werte zu Rillen und ungenauen Details. Starten Sie mit der Profilgeschwindigkeit und erhöhen Sie in Schritten.

Die Düsen- und Betttemperatur richtet sich nach dem Filament. Die Angaben stehen auf der Spule oder beim Hersteller. Zu heiß führt zu Fäden, zu kalt zu schwachen Schichten. Gegen Fäden zwischen Teilen hilft die Retraction, die das Filament vor Leerfahrten zurückzieht. Mehr dazu in Stringing vermeiden.

Viele Slicer trennen Geschwindigkeiten für Außenwand, Innenwand, Infill und Brücken. Die Außenwand darf langsamer laufen, weil sie sichtbar ist, der Infill schneller, weil er verdeckt liegt. Auch Beschleunigung und Ruckeinstellungen beeinflussen das Ergebnis, sind aber für den Anfang im Profil gut gesetzt. Wenn Ihr Drucker beim Schnelldruck Wellen oder Schatten hinter Kanten zeigt, reduzieren Sie zuerst Beschleunigung und Geschwindigkeit der Außenwand.

Sinnvolle Reihenfolge beim Optimieren

Drucken Sie zuerst ein kleines Testteil mit dem Standardprofil. Danach verbessern Sie schrittweise. Notieren Sie sich jede Änderung, damit Sie zurückgehen können. Wenn der Drucker nicht sauber läuft, liegt es oft nicht am Slicer, sondern an Kalibrierung oder Filament. Siehe Druckbett kalibrieren.

  1. 1

    Standardprofil für Drucker und Filament wählen.

  2. 2

    Schichthöhe auf 0,2 mm lassen.

  3. 3

    Wandlinien auf drei erhöhen, wenn Stabilität zählt.

  4. 4

    Infill bei 15 Prozent belassen.

  5. 5

    Stützen nur bei echten Überhängen aktivieren.

  6. 6

    Ergebnis prüfen, dann eine Einstellung ändern.

Anfänger-Drucker ansehen →

Häufige Fragen

Welcher Slicer ist am besten für Einsteiger? Die Hersteller-Slicer mit fertigen Profilen sind am einfachsten, etwa der zum Drucker gehörende oder der Orca Slicer. Entscheidend ist ein gutes Profil für Ihr Gerät.

Wie viel Infill brauche ich? Für die meisten Teile reichen 10 bis 20 Prozent. Für Festigkeit zählen zuerst die Wände.

Muss ich die Schichthöhe immer ändern? Nein. 0,2 mm passen für die meisten Fälle, ändern Sie nur bei besonderem Ziel.

Warum verändert sich die Druckzeit so stark? Schichthöhe, Infill und Geschwindigkeit wirken zusammen. Halbe Schichthöhe heißt etwa doppelt so viele Schichten.

Was Sie dafür brauchen